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    Hauptseite » 2013 » Februar » 15 » Meteoriteneinschlag in Russland Lichtblitze und Explosionen am Himmel
    15:29
    Meteoriteneinschlag in Russland Lichtblitze und Explosionen am Himmel
    MOSKAU - Bei einem Meteoritenregen in Zentralrussland sind am Freitag hunderte Menschen verletzt worden. Gesteinsbrocken fielen wie Feuerbälle auf die Erde. Die Druckwelle liess Fensterscheiben bersten.

    Etwa 500 Menschen seien im Gebiet Tscheljabinsk verletzt worden, teilte das Innenministerium laut der Nachrichtenagentur Interfax mit. Die meisten seien durch umherfliegendes Glas getroffen worden.



    Die russischen Behörden hatten die Opferzahl mehrmals nach oben korrigiert. Der Einschlag hatte sich um 9.30 Uhr Ortszeit (4.30 Uhr MEZ) ereignet.

    Laut dem russischen Katastrophenschutzministerium stürzten Gesteinsfragmente in kaum bewohnte Gegenden in der Region von Tscheljabinsk. Insgesamt seien in mindestens sechs Städten in der Region am Ural rund 1500 Kilometer östlich vonMoskau Schäden an Gebäuden festgestellt worden, hiess es.

    Lichtblitze, Explosionen und Rauch am Himmel

    Die gewaltige Druckwelle habe zahlreiche Dächer zerstört und Fensterscheiben zertrümmert. Augenzeugen berichteten von Lichtblitzen, Explosionen und Rauchwolken am Himmel. In der Bevölkerung sei Panik ausgebrochen. Viele dachten offenbar, ein Flugzeug sei explodiert.

    Auf Amateurvideos im Internet waren weissglühende Meteoriten zu sehen, die in niedriger Höhe vorbeiflogen. Einsatzkräfte und Soldaten entsandt Medienberichten zufolge war der Meteoritenregen auch in Kasachstan zu sehen. Der Meteorit selbst sei in den See Tschebarkul rund 80 Kilometer westlich von Tscheljabinsk gefallen, teilte die Gebietsverwaltung mit.

    «Ich habe einen Feuerball gesehen. Über der Stadt stehen schwarze Wolken. Die Leute dachten, der Krieg hat begonnen», zitiert «Russland aktuell» einen Augenzeugen. «So etwas haben wir in unserem Leben noch nicht erlebt. Wir hatten das Gefühl, als wäre etwas sehr Grosses in den Nachbarhof gefallen», werden Schüler von «lifenews.ru» zitiert.

    Soldaten eilen zu Hilfe

    Zur Überwachung der Lage in der Region stellte das Katastrophenschutzamt 20'000 Einsatzkräfte sowie Flugzeuge und Helikopter zur Verfügung. Das Verteidigungsministerium entsandte Soldaten zu den «Einschlagsstellen» der Gesteinsfragmente. Wegen des Ausmasses der Schäden sollten Betriebe und Einrichtungen ihre Mitarbeiter nach Möglichkeit zum Helfen nach Hause schicken, hiess es in einer Mitteilung der Verwaltung.

    Die Stadtverwaltung von Tscheljabinsk rief die Bevölkerung auf, in den Häusern zu bleiben. Behörden ordneten zudem die Schliessung aller Schulen der Region an, weil in zahlreichen Gebäuden die Fensterscheiben zerbrochen waren und die Temperaturen in Zentralrussland bei minus 18 Grad liegen.

    Atomanlagen in der Region waren nach Angaben des Staatskonzerns Rosatom durch den Meteoritenschauer nicht betroffen.

    Splitter bis zu ein Kilo schwer

    Nach Experteneinschätzung raste der Meteorit mit extrem hoher Geschwindigkeit Richtung Erde. Nach Eintritt in die Atmosphäre dürfte das kosmische Geschoss mit einer gewaltigen Druckwelle explodiert sein. Der russische Astronom Sergej Smirnow schätzte, der Meteorit sei vor dem teilweisen Verglühen vermutlich mehrere Tonnen schwer gewesen.

    Einzelne Splitter hätten demnach jeweils bis zu einem Kilogramm wiegen können. Der Einschlag des Meteoriten hat laut Experten nichts mit dem Asteroiden zu tun, der am Freitagabend knapp an der Erde vorbeirasen sollte. «Das ist etwas völlig anderes», sagte ein Sprecher der europäischen Weltraumagentur ESA am Freitagmorgen auf Anfrage. «Flugbahn und Ort des Anschlages sprechen dagegen.»

    Aufrufe: 367 | Hinzugefügt von: Swissiman | Bewertung: 0.0/0
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