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    01:56
    Li(e)chtenstein - ein jüdischer Familienname
    Es sind die Menschen, Traditionen und Bräuche, die Kultur, das Judentum und einfach die andere Welt, die Béatrice Hasler in Israel liebt. Seit zweieinhalb Jahren wohnt die promovierte Psychologin in Tel Aviv und arbeitet als Forscherin.

    Tel Aviv/Balzers. – In einem historischen Gebäude mitten im Zentrum von Tel Aviv lebe sie, erzählt Béatrice Hasler am Telefon. Einer ihrer Lieblingsplätze sei auf ihrer Dachterrasse, von wo sie über die Stadt zum Meer sieht. Klingt eigentlich traumhaft – hätte man nur nicht das konfliktträchtige Bild von Israel im Kopf. Oft wird von Unruhen gesprochen, gar von Anschlägen auf Gebäude, Autos und Busse berichtet. Selbstverständlich gebe es in Israel politische Unruhen, sagt Béatrice Hasler. «Das Bild von Israel wird von den ausländischen Medien aber meist verzerrt.» In Tel Aviv werde das politische Geschehen rund um das Land grösstenteils verdrängt. Folgender israelische Spruch bringe es auf den Punkt: In Jerusalem betet man, in Tel Aviv lebt man und in Haifa arbeitet man. «Das ist tatsächlich so», sagt die 34-jährige Liechtensteinerin. Nicht umsonst werde Tel Aviv auch als New York des Mittleren Ostens bezeichnet.

    Laut und impulsi

    «Das Leben in Tel Aviv ist sehr intensiv, die Strände wunderschön und der Lifestyle der Menschen sehr interessant.» Letzteres sei allerdings anfangs gewöhnungsbedürftig, sagt Béatrice Hasler. Denn die Umgangsformen unter den Israelis seien offen und sehr direkt. «Wird man hier nicht mindestens zweimal pro Tag angeschrien, stimmt etwas nicht.» Die Menschen seien sehr laut und impulsiv. Durch ihre Arbeit als Forscherin nimmt Béatrice Hasler oft an Konferenzen in aller Welt teil und sieht so die Unterschiede der Mentalitäten sehr deutlich: «Während die Amerikaner beispielsweise einen Projektvorschlag interessant finden, fragen die Israelis gleich, warum dieser Vorschlag denn interessant sein könnte.» Béatrice Hasler kann mit der Art der Israelis gut umgehen – «ich habe mich sehr schnell an diese Lebensform gewöhnt und fühle mich sehr wohl hier.»

    Bedeutende Forschungserfolge

    Béatrice Hasler arbeitet als Forscherin am Interdisciplinary Center Herzliya, die bislang einzige Privatuni in Israel. Ihre Forschung wurde im ersten Jahr vom Schweizer Nationalfonds unterstützt. Danach erhielt sie eine Marie Curie Fellowship von der EU, die ihre Forschung in Israel um weitere zwei Jahre verlängerte. Die 34-Jährige beschäftigt sich mit psychologischen Prozessen in der interkulturellen Kommunikation in digitalen Medien. Sie untersucht dabei unter anderem das Verhalten der Menschen im Internet und wie man online Kontakte gestalten kann um Interaktionen zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen positiv zu beeinflussen. Ihre Ziele hat sie hoch gesteckt: Diese technologischen Lösungen wendet sie auch auf den Israel-Palästina Konflikt an. Dafür möchte die Balznerin eine Plattform im Internet schaffen, auf welcher sich Juden und Araber in einer friedlichen Umgebung austauschen und so Vorurteile abbauen können. In einem späteren Schritt sollen sie sich persönlich treffen können, was im heutigen israelischen Alltag allerdings sehr schwierig ist. Erste Erfolge gibt es für die Forscherin mit ihrem internationalen Lehr- und Forschungsprojekt, das auch vom Liechtensteiner Schulamt finanziell unterstützt wurde. Im Rahmen einer globalen Vorlesung zum Thema «Künstliche Intelligenz» konnte sie Araber und Israelis dazu bewegen, gemeinsam – als Avatare in einer virtuellen 3D Welt – an einem Projekt zu arbeiten. Eine Erfahrung, die sie für ihre weiteren Forschungsarbeiten motiviert und viel Beachtung in akademischen und politischen Kreisen gefunden hat.

    Hebräisch: Schwierige Sprache

    Ihr Berufswunsch ist es, als Professorin an einer Universität tätig zu sein. Israel als bekannte «High-Tech Nation» passe sehr gut zu ihrem Forschungsfeld. Für eine Professur in Israel müsse sie aber noch etwas sattelfester in der hebräischen Sprache werden. «Die ersten Hebräischen Sätze habe ich von meinen israelischen Freunden während meines Auslandstudienjahres in Sydney gelernt. Während meiner Doktoratszeit in Zürich habe ich dann einen Sprachkurs belegt », erzählt sie. Die Sprache sei jedoch sehr schwierig und im Alltag brauche sie das Hebräische kaum, weil alle sehr gut Englisch sprechen.

    Heimatland = jüdischer Name

    Ist ihre Arbeit als Forscherin noch so interessant – wenn Béatrice Hasler Israelis von ihrer Forschung erzählt, stellt die Tatsache, dass sie aus Liechtenstein kommt, meist alles andere in den Schatten. «Weil viele Israelis Liechtenstein nicht kennen, glauben sie, ich hätte sie falsch verstanden und ihnen meinen Nachnamen angegeben.» Denn «Lichtenstein» ist ein typisch jüdischer Familienname. So braucht es immer gleich mehrere Sätze, bis die Liechtensteinerin ihre Heimat erklärt hat. Die nächste Frage sei dann immer «Warum Israel?» – worauf sie bis heute noch keine für die Israelis befriedigende Antwort hat. «Obwohl das Leben hier nicht immer einfach ist, möchte ich bis auf Weiteres in Israel bleiben», sagt sie. Jedoch nicht unter allen Bedingungen – die 34-Jährige beobachtet die politischen Entwicklungen im Land und den Nachbarstaaten genau. Auch komme es darauf an, wo sie eine passende akademische Stelle finde. Deshalb schliesst sie es auch nicht aus, später in einem andern Europäischen Land, in Australien oder in den USA zu leben. «So sehr ich Liechtenstein schätze, glaube ich kaum, dass meine berufliche Zukunft in diesem Land liegen wird.» Obwohl sie ihre Familie oftmals ganz schön vermisst – «und Rivella Blau»! Davon bringe aber immer ihre Mutter ein paar Flaschen mit, wenn sie zu Besuch kommt. «Dafür sind in meinem Koffer immer Humus, Halva und andere israelische Spezialitäten». Die Abschiede am Flughafen gehören bereits zur Familienroutine. Auch ihre Schwester wohne seit mehreren Jahren im Ausland – erst in Mexiko, dann in Panama, und derzeit in Thailand. «Dank Skype sind wir aber immer up to date.» Eigentlich vermisse sie nichts wofür sie derzeit ihren Wohnort tauschen würde. «Israel ist einfach mein Land, in welchem ich mich vom ersten Moment an so richtig Zuhause gefühlt habe.» (bfs)

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