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    Hauptseite » 2014 » März » 16 » Der deutsche Altkanzler über seinen Vertrauten Wladimir Putin
    15:23
    Der deutsche Altkanzler über seinen Vertrauten Wladimir Putin
    Der deutsche Altkanzler Gerhard Schröder über seinen Vertrauten Wladimir Putin, warum er lieber Macht als Geld hat – und wer ihn masslos enttäuscht hat.

    Herr Bundeskanzler a. D., wie spricht man einen ehemaligen Bundeskanzler an?
    Gerhard Schröder:
     Sagen Sie bitte einfach Herr Schröder zu mir.

    Also, Herr Schröder, Sie sind ein Freund von Russlands Präsident Wladimir Putin …
    … ich kenne ihn gut …

    … Putin ist der einflussreichste Politiker der Welt …
    … das sehe ich nicht so, das würde er sicher selbst nicht so sehen …

    … er hält die Welt in Atem. 
Was treibt ihn an?
    Ich bin doch kein Psychologe.

    Dann erklären Sie ihn politisch!
    Russland hat historisch begründete Ängste, eingekreist zu werden. Zudem will Russland in der internationalen Politik auf Augenhöhe sein mit den USA und anderen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrats. Die Entwicklung in der Ukraine schürt in Moskau weitere Ängste.

    In Kiew stürzte ein Autokrat!
    Aber in der neuen ukrainischen Regierung gibt es rechtsradikale bis faschistische Kräfte. Die haben als Erstes das Verbot der russischen Sprache beschlossen.

    Das reicht, um die territoriale Autonomie der Ukraine zu verletzen?
    Bezogen auf die Krim geht Moskau davon aus, dass eine von den Menschen dort gewollte Loslösung 
völkerrechtlich zulässig ist. Jetzt ist eine diplomatische Lösung nötig. Sie muss die territoriale Integrität der Ukraine respektieren und Russlands Interessen anerkennen.

    Ein neuer Kalter Krieg scheint Realität. Wie gross ist die Gefahr, dass er sogar heiss wird?
    Davon gehen nur Fantasten aus, die man nicht ernst nehmen muss. Niemand in Russland oder im Westen denkt an eine militärische Lösung.

    Ist das nicht verharmlosend? 
Auf der Krim stehen Tausende bewaffneter russischer Soldaten.
    Es wird eine Phase der Abkühlung der politischen Beziehungen geben. Ich hoffe, sie ist nicht dauerhaft. Russland braucht Europa für die Modernisierung von Gesellschaft und Wirtschaft. Und Europa braucht Russland wegen der Rohstoffe.

    Der «Spiegel» nennt Putin einen Brandstifter. Sie bezeichneten ihn einst als Demokrat. Was ist Putin wirklich?
    Mit solchen verkürzenden Etiketten können sich vielleicht Journalisten beim «Spiegel» und SonntagsBlick befassen. Ich halte wenig davon.

    Heute stimmen die Krim-Bewohner über ihre Zugehörigkeit ab. Ist das demokratisch möglich, wenn das Land von russischen Geistersoldaten besetzt ist?
    Das kann man als Aussenstehender schlecht beurteilen. Klar ist: Es gibt kein völkerrechtliches Verbot einer Sezession. Der Kosovo hat die Blaupause geliefert.

    Es geht darum, ob die Ukraine 
in den Einflussbereich der EU kommt – oder bei Russland bleibt. Was ist sinnvoller?
    Die Ukraine ist weit davon entfernt, Mitglied der EU zu werden. Es ging um die Entscheidung der Ukraine zwischen einer Assoziierung mit der EU oder einer Zollunion mit der russischen Föderation.

    Die EU will die Ukraine anbinden.
    Die EU hat den Fehler gemacht, die Ukraine vor ein Entweder-oder zu stellen: entweder EU oder Russland. Das geht nicht mit einem Land, das kulturell so gespalten ist. Der Osten und Süden sind näher bei Russland, der Westen bei der EU. Sinnvoll wäre gewesen, wenn die EU Verhandlungen über eine Assoziierung sowohl mit der Ukraine als auch mit Russland geführt hätte. Dann wäre es zu keinem Konflikt gekommen.

    Deutschland spielt eine zentrale Rolle. Was muss Angela Merkel jetzt tun?
    Der deutschen Regierung muss ich keine Ratschläge geben. Schon gar keine öffentlichen. Öffentliche Ratschläge sind oft mehr Schläge als Rat. Alles in allem machen Kanzlerin und Aussenminister eine rationale Politik. Von Wirtschaftssanktionen gegen Russland halte ich aber nichts.

    Weil Sie geschäftliche Interessen in Russland haben?
    Ich bin Aufsichtsrats-Vorsitzender eines europäisch-russischen Unternehmens. Wir brauchen mehr statt weniger Verflechtung mit der russischen Wirtschaft. Denn «Wandel durch Annäherung», das Motto der Entspannungspolitik, gilt noch heute.

    Sie kennen Putin gut. Das wäre ideal für eine Vermittler-Rolle.
    Als Privatperson können Sie Gespräche führen, aber nicht vermitteln. Eine Vermittlung kann nur im Rahmen einer internationalen Organisation erfolgreich sein. Russland und die Ukraine sollen sich im OSZE-Rahmen an einen Tisch setzen.

    Sie waren einst mächtigster Mann Europas. Vermissen Sie etwas?
    Nein, alles hat mal ein Ende. Ich werde nächsten Monat 70 Jahre alt, da sollte man keine aktive politische Rolle mehr anstreben. Aber ich bleibe ja weiterhin ein politisch denkender Mensch. Sonst würden wir zwei nicht miteinander reden.

    Was passiert, wenn man Macht verliert?
    Ich habe mich selbst nie so gesehen. Sie sind vorher Herr Schröder. Dann sind Sie Bundeskanzler. Und danach sind Sie wieder Herr Schröder. Zu einem Amt gehört, dass man sich im Klaren ist, dass es auf Zeit vergebene Macht ist. Man kann sie jederzeit wieder los sein.

    Sie gaben die Macht einfach ab?
    Nein, das war nicht leicht, und freiwillig tat ich das nicht. Ich wurde wegen der Agenda 2010 nicht wiedergewählt.

    Heute gilt die Agenda 2010 als Fundament des neuen deutschen Wirtschaftswunders …
    … sie ist eine von drei Säulen für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands. Hinzu kommen unsere starke Industrie und die gut funktionierende Sozialpartnerschaft von Arbeitgebern und Gewerkschaften. Aber auch die Agenda 2010 war sehr wichtig.

    Für Sie eine späte Genugtuung?
    Es ist sicher kein Quell von Ärger!

    Das hilft, die Abwahl zu ertragen?
    Dass Historiker meine Leistung anerkennen, ist eine angenehme 
Begleiterscheinung. Trotzdem: Freiwillig bin ich nicht gegangen.

    Politik macht jetzt Ihre Frau. 
Sie hat jetzt die Macht!
    Für mich ist es eine Freude zu sehen, dass sie einen guten Job macht.

    Um Sie war es lange ruhig. Jetzt sind Sie wieder da. Warum?
    Vielleicht weil ich 70 werde.

    70 ist jung für den Ruhestand. Wollen Sie es nochmals wissen?
    Auf keinen Fall. Die Phase aktiver politischer Betätigung ist zu Ende.

    Es gibt einen zweiten SPD-Altkanzler. Was lernen Sie von 
Helmut Schmidt?
    Helmut Schmidt ist einzigartig. Es verbietet sich zu sagen, man könne ihm nacheifern. Jeder Altkanzler muss seine Rolle finden.

    Schmidt kokettiert mit 
Zigaretten, Sie mit Rotwein. 
Sind Genussmenschen beliebter?
    Ob Menthol-Zigaretten ein Genuss sind, das will ich hier mal dahingestellt sein lassen.

    Wie haben Sie auf das Ja des Schweizer Volks zur Beschränkung der Zuwanderung reagiert?
    Überrascht, ich habe dieses Ergebnis nicht erwartet.

    Wie erklären Sie es?
    Die Gegner der Initiative haben sich vielleicht zu sehr nur auf wirtschaftliche Fragen konzentriert. Aber man muss die Kirche mal im Dorf lassen.

    Alles halb so schlimm?
    Es gibt viele Länder in Europa, die ähnlich abgestimmt hätten. Es ist falsch, jetzt den Zeigefinger auf die Schweiz zu richten.

    Wie hätte Deutschland entschieden?
    Gott sei Dank gibt es bei uns laut Verfassung diese Möglichkeit nicht.

    http://www.blick.ch/news/ausland/wie-tickt-putin-herr-schroeder-id2735077.html


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